| DIM DIM CHENG Dim Dim Cheng ist das erste der fünf Prinzipien, mit welchem man im Wing Chun konfrontiert wird. Es wird der Siu Lim Tau zugeordnet - was aber nicht bedeutet, dass es bei den anderen Formen außer Acht gelassen werden kann. Im Gegenteil: Es bildet die Basis für die anderen Formen. Dim Dim Cheng liegt zugrunde, dass einer ersten Bewegung eine Zweite folgt. Daraus erklärt sich, warum das Prinzip Dim Dim (Cheng) und nicht Dim (Cheng) genannt wird. Hierbei ist die zweite Bewegung von der Ersten abhängig. Das bedeutet, dass man bereits bei der vorangegangenen Bewegung darauf achten sollte, diese präzise auszuführen, denn: je mehr die Präzision vernachlässigt wird, desto unpräziser wird die darauf folgende Bewegung. Die Bewegungen selbst müssen klar und deutlich als solche erkennbar sein. Sie erfolgen aus der Position heraus, in der die zuvor Ausgeführte endet. Die Bewegungen werden auf kürzestem, d.h. auf direktem Wege vollzogen. Während der Ausführung wird die Bewegung weder unterbrochen noch gestoppt, sondern erfolgt durchgehend. Ist die Bewegung beendet, so darf es zu keiner Nachbewegung mehr kommen, um die Bewegung so auf den Punkt bringen zu können. DIM in der chinesischen ( kanton ) bedeutet PUNKT ! Eine weitere Idee des Dim Dim Cheng besagt, dass sich alle Bewegungen zum Zentrum richten. Beim single-exercise werden die Bewegungen vom eigenen Zentrum ausgeführt, bei Übungen mit einem Partner zu dessen. Zentrum heißt aber nicht, dass man sich frontal gegenüber stehen muss, um auf die Mitte hinarbeiten zu können; vielmehr denkt man sich die Wirbelsäule als Zentrum. Demzufolge ist es möglich auch neben seinem Partner zu stehen und auf dessen Zentrum hinzuarbeiten. Die Bewegungen müssen stabil sein. Dennoch ist es wichtig Fong-Song ( locker ) zu bleiben. Um Stabilität zu erlangen, ist es Voraussetzung, dass der Körper im Stand und in der Bewegung eine Einheit bildet. Dazu muss man gerade stehen, die Schultern zurücknehmen, den Kopf gerade halten und den Körperschwerpunkt durch den stabilen Stand leicht absenken. Bei einzelnen Übungen kommt es vor allem darauf an, dass man versucht, immer wieder die gleiche Bewegung auszuführen. Der Weg der Bewegungen sollte hierbei jedes Mal annähernd der gleiche sein. Die beendeten Bewegungen sollen bei den darauf folgenden Wiederholungen weder unterschiedlich hoch, noch zu weit nach außen bzw. innen ausgeführt werden. Sie sollen im Weg und in der Endposition, sowohl in Einzel- als auch in Partnerübungen, etwa gleich sein. Außerdem ist es wichtig, bei den Übungen den richtigen Rhythmus zu finden. Die einzelnen Bewegungen dürfen nicht ineinander übergehen. Hierzu ist es zwingend erforderlich, erst eine Bewegung zu Ende (vollständig) auszuführen, um anschließend mit der Nächsten zu beginnen one by one. Zwischen den jeweiligen Bewegungsausführungen ist ein kleiner Moment in der Endposition zu verharren. Und auch wieder Fong song zu sein. Dieses Prinziep Dim Dim Cheng begleidet den Schüler durch das gesammte Wing Chun System . Dim Dim Cheng ist die Basis des Wing Chun Systems. Anica Möhricke |