| Seminar mit Meister Wilhelm Blech in Fridek Mistek CZ 2005 Das Herbstseminar mit Si-Gung Wilhelm Blech wurde für mich eine unabdenkbare Tradition. Der diesjährige fand am 20. 11. 2005 in _enov (in der Umgebung von der Stadt Ostrava, Tschechische Republik) statt. Der unfreundliche Sonntagnachmittag hörte für mich zu existieren auf, denn ich wieder in das Wing-Chun eintauchen durfte. Si-Gung begrüßte uns und sagte, dass die Ankunft in Mähren mit dem ersten Schnee für ihn schon eine Tradition ist, was sich auch dieses Jahr wieder bestätigte. Vielleicht ein bisschen mehr dünnlich als das letzte Mal nichtdestoweniger, gut gelaunt, begann Si-Gung gleich die Problematik der Prinzipien zu analysieren: Was sie bedeuten, wie man sie begreifen soll, wie sie in der Bewegung zu sehen und zu verwenden sind. Er zögerte nicht, uns Fragen über die Prinziepien zu stellen, um so unser Wissen zu ergrüden. Es bestätigte sich wieder, dass es äußerst wichtig ist, sein eigenen Körper wahrzunehmen, besonders den Schwerpunkt Gleichgewicht Sowie das Verständnis für die eigene Bewegung zu erlangen. Es nutzt überhaupt nicht, den anderen zu schlagen oder anzugreifen. Alles zielt zuersteinmal auf die Selbstkontrolle aus. Nach einer interessanten Diskussionseinleitung näherte uns Si-Gung eine Tainingszusammenstellung (Kombination) der Bewegungen nach dem Moch-yang-chong . (Die chinesische Benennung soll präziser die Bedeutung und Berufung dieses Mittels definieren.) Wir übten paarweise (zu zweit) und immer wieder wiederholten wir die einzelnen Bewegungen. Einige Neuigkeiten störten mich nicht. Es war wichtiger für mich, die Zentrallinie des Partners und meine eigene wahrzunehmen, die eigenen Ellbogen zu hüten, also etwas wenig von den diskutierenden Prinzipien anschließen zu versuchen. Ich weiß, das ich vor der Zeit mit der Vielfältigkeit der Bewegungen eingenommen wäre, die ich wie Figuren wahrgenommen hätte. Es war nicht leicht für mich mich vor da ich dass ich ihre Reihenfolge verwechselete. Man kann jedoch diese Bewegungsfülle nur wie ein Mittel nehmen und das tiefere Wesen wahrnehmen. Zugleich ist es aber schwer, sich auf die Wahrnehmung der Mitte und der Ellbogen zu konzentrieren, wenn man nicht fähig ist, die Koordinierung der Grundbewegungen zu bewältigen und sie in angemessenen Linien ohne größeren Schwierigkeiten durchzuführen, was ein Problem für meine jüngeren Mitschüler war. Die Bedeutung der Moch-yang-chong Techniken war motivierend, denn die Grundprinzipien Wing-Chun kann man in jeder Bewegung sehen. (Apropos die Seminare, die Si-Gung W. Blech organisiert, sind wenigstens für mich immer sehr motivierend.) Nach den fünf Seminarstunden, die wieder sehr schnell vergingen, begaben wir uns zum gemeinsamen Abendessen nach Fr_dek-Místek. Da redeten wir zuallerletzt mit Si-Gung über die Bedeutung Wing-Chun im persönlichen Leben, wofür und wem es eigentlich bestimmt ist. Si-Gung bemühte sich, uns zur Kenntnis zu bringen, dass Wing-Chun nicht nur die Frage des Lebenstils ist, aber auch eine wesentliche Verantwortung für die anderen Mitgliedern der Gemeinschaft also Wing-Chun Familie. Wing-Chun ist etwas, was man nur unter Beteiligung der anderen Menschen schaffen, entwickeln, entdecken und lernen kann, die in Sie Vertrauen haben müssen. Und Sie haben dann im Gegenzug ihr Vertrauen. Das Seminar des Jahres 2005 war zu kurz, obgleich es den ganzen Sonntagnachmittag dauerte. Er inspirierte mich sehr und begeisterte mich zur weiteren Arbeit an meinem Wing-Chun. Die Zusammentreffen mit Si-Gung sind für mich wichtig. Barbora Kinclová, Ostrava |